Das Architekturbüro Christ & Gantenbein hat zusammen mit b+p baurealisation den Studienauftrag für die Gestaltung der ersten Etappe der baulichen Gesamterneuerung des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) gewonnen. Das Siegerprojekt hat die hohen Anforderungen vollumfänglich erfüllt und das Beurteilungsgremium restlos überzeugt.

Gärten, Höfe, Terrassen und Verbindungswege, die zum Verweilen einladen: Das von den Architekten Christ & Gantenbein entworfene Ensemble bietet vielfältige Räume, in denen sich Menschen wohl fühlen können. In der ersten Etappe besteht der Neubau aus zwei Gebäuden, die später durch drei zusätzliche ergänzt werden. Die im Hochschulgebiet vorgefundenen und die im Weissbuch definierten Stadtraumtypolo­gien werden sorgfältig aufgenommen und weiterentwickelt.

Blick vom Park auf das geplante neue USZ-Gebäude (rechts). Die historischen Häuser und die Neubauten stehen im Dialog miteinander, bleiben in ihrem architektonischen Ausdruck jedoch eigenständig.

Stimmige Gebäudeproportionen

Die Masse der Baukörper unterschreiten den Rahmen des Gestaltungsplans deutlich. Das Volumen ist angemessen im Ver­hältnis zu den historischen Häusern und zu den angrenzenden Nachbarbauten. Durch die ähnliche Gebäudehöhe erzeugt das zum Spitalgarten vorgerückte Kopfgebäu­de an der Gloriastrasse ein sinnvolles Gegenüber zum bestehenden Bettenhaus.

Die architektonische Erscheinung der Neu­bauten ist wesentlich geprägt durch die Freistellung der tragenden Stützen, welche den Fassaden eine Filigranität und räumliche Tiefe verleihen. Diese Fassadengestaltung versteht sich als Antwort auf die bestehenden Bauten von Haefeli Moser Steiger. Die historischen Bauten und die Neubauten stehen im Dialog zu einander, bleiben aber in ihrem architektonischen Ausdruck eigenständig.

Das künftige USZ-Spitalareal lässt sich einfach durchqueren und bietet attraktive öffentliche Räume.

Einfach zu durchqueren

Die Freiräume zwischen den Häusern ermöglichen es, das Spitalareal einfach zu durchqueren und zu den anderen Instituti­onen zu gelangen. Das neue Spital bietet interessante Orte, um sich zu begegnen – zum Beispiel Lounges in den Verbindungsstücken zwischen den Häusern, Grünräume und Cafés.

Dass die Gebäude auf einem gemeinsamen Sockel zu liegen kommen, bietet für den Spitalbetrieb Vorteile. Die Architektur ermöglicht attraktive Arbeitsplätze und helle Patientenzimmer. Diese sind mit Holz ausgekleidet, was eine angenehme, natürliche Atmosphäre schafft und einen gewollten Kontrast zu den Hightech-Geräten im Spital setzt.

Beurteilungsgremium restlos überzeugt

Das Projekt hat das Beurteilungsgremium auf der ganzen Linie überzeugt, weil es vorbildlich die komplexe Aufgabe erfüllt, ein in Betrieb stehendes Spital für Versorgung, Forschung und Lehre zu planen. Dabei galt es nicht nur die funktionalen und betrieblichen Anforderungen der modernen Medizin zu berücksichtigen. Die Planer waren ebenso gefordert, auf die bestehenden historischen Bauten Rücksicht zu nehmen und einen attraktiven Stadtraum zu schaffen.

Die bauliche Gesamterneuerung ist für das USZ von grosser Bedeutung. Ein Grossteil der bestehenden Gebäude wird mittelfristig die Ansprüche der modernen Medizin nicht mehr erfüllen können. Damit die Expertinnen und Experten des Spitals ge­meinsam Spitzenleistungen erbringen kön­nen, braucht es neben Fachwissen und emotionaler Kompetenz auch eine gut organisierte Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen – und es braucht eine zeitgemässe bauliche Infrastruktur. Das USZ ist gut auf die Umsetzung der Gebäude vorbe­reitet und setzt sich mit Verve dafür ein, dass dieser wichtige Schritt in die Zukunft des USZ baldmöglichst getan werden kann.

Die Pflegezimmer sind mit Holz ausgekleidet und schaffen eine angenehme Atmosphäre.

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