Die Universität Zürich (UZH) will bis 2027 ein neues Bildungs- und Forschungszentrum am Standort Zentrum bauen, das FORUM UZH. Es trägt entscheidend zur Zukunftsfähigkeit des Hochschulstandorts Zürich bei. Aus einem internationalen Architekturwettbewerb ist ein Team unter der Leitung von Herzog & de Meuron zusammen mit b+p baurealisation als Sieger hervorgegangen.

Die Universität Zürich (UZH) ist heute auf verschiedene Standorte und viele Liegenschaften in der Stadt verteilt. Durch die Distanz und die teilweise nicht mehr zeitgemässe Infrastruktur gestaltet sich der universitäre Betrieb zunehmend ineffizient. Mit dem Neubau FORUM UZH im Jahr 2027 will die UZH einen Schritt in Richtung räumliche und technologische Erneuerung machen. Gemäss der «Zwei-Standorte-Strategie» werden die Forschungsbereiche der UZH künftig nach inhaltlichen Schwerpunkten gegliedert und an den Standorten Zentrum und Irchel angesiedelt.

Wissen und Stadt

«Der wissenschaftliche Austausch sowie der Dialog mit der Öffentlichkeit werden ausserordentlich von diesem Kollegiengebäude des 21. Jahrhunderts profitieren», erklärt Michael Hengartner, Rektor der UZH. «Der Erfolg der UZH gründet sehr stark auf ihrer Verankerung in der Gesellschaft. Mit seiner Verortung am Puls des städtischen Lebens schafft das FORUM UZH die Grundvoraussetzung dafür, dass sich neues Wissen in vielseitigen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Netzwerken herausbildet und an die Gesellschaft weitergegeben wird.»

Das Bildungs- und Forschungszentrum soll an der Einmündung der Gloriastrasse in die Rämistrasse zu stehen kommen. Es wird eine grosse Bibliothek enthalten und Ersatz für die wegfallenden Lehrflächen der Medizin auf dem USZ-Kern- bzw. Gloriarank-Areal bieten. Darüber hinaus wird es die Rechtswissenschaft, die Wirtschaftswissenschaften und die Neueren Sprachwissenschaften in einem Gebäude zusammenfassen. Nach dem Bezug des Neubaus wird die UZH zahlreiche Einzelliegenschaften freigeben können.

Aus dem Sockel des Neubaus wird ein zentraler Platz im Hochschulgebiet.

Das neue Bildungs- und Forschungszentrum

Der Neubau orientiert sich an den stadt-und innenräumlichen Typologien der umgebenden Institutionsbauten: Die Solitäre stehen von der Strasse zurückversetzt, reagieren auf die topografischen Gegebenheiten entlang der Rämistrasse mit Sockeln und Terrassen und charakterisieren sich durch grosszügige zentrale Hallen.

Der Sockel stuft sich terrassenartig in den Hang hinein. Die Plateaus verbinden fliessend die Innen- und Aussenräume und werden zu Begegnungsorten für die Studierenden und die Bevölkerung. Der Sockel dient primär der Lehre, seine Verkehrsflächen erschliessen Hörsäle, Seminarräume, ein Café sowie Läden, Turnhallen und andere Sporträumlichkeiten.

Über dem Sockel schwebt das Gebäude für die Forschung. Geformt als Trapezkörper beherbergt es primär Büros und Seminarräume sowie die Bibliothek mit doppelgeschossigem Lesesaal und einer Lernlandschaft mit Ausblick zum Mutterhaus.

Weil dieser Bau weit von der Strasse zurückversetzt ist, wird aus dem Sockel ein zentraler Platz im Hochschulgebiet. Dieser schliesst direkt an den Gloriapark an und lädt durch seine besonnte Lage und die grossen Bäume zum Verweilen ein.

Jacques Herzog, Herzog & de Meuron, erklärt dazu: «Der Raum wird eng im Hochschulquartier, immer mehr Nutzfläche wird von den diversen Institutionen benötigt, um ihre Forschungs- und Lehrauftrag auch in Zukunft wahrnehmen zu können. Wie soll da Platz geschaffen werden für den Menschen und die Natur?

Erst das Anheben eines grossen Teils des Raumprogramms in einen schwebenden Baukörper erlaubte es uns, gleichzeitig Tageslicht in den terrassierten Sockel zu bringen und den öffentlichen Raum zu schaffen, den wir suchten. Mit seiner hohen Aufenthaltsqualität und den vielen Bäumen werden der grosse Platz vor dem Neubau, aber auch das Forum selbst zu einem neuen Brennpunkt des universitären und urbanen Lebens.»

Das Herzstück des Neubaus ist die grosse zentrale Halle, das «Forum». Dieser «akademische Marktplatz» verbindet den Trapezkörper und den Sockel über fünf Geschosse hinweg und setzt sich im Aussenbereich als Garten fort – ein Stück Wald mitten in der Universität. Es ist das Pendant zum Moser’schen Lichthof im Hauptgebäude der UZH. Wie dieser ist es gleichzeitig Aufenthalts-, Begegnungs-, Arbeits-und Veranstaltungsraum.

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